Die Ägäis - allgemeine Informationen
Als Ägäis wird der Abschnitt des östlichen Mittelmeeres bezeichnet, der zwischen Griechenland und der Türkei liegt. Das Meer ist über den Bosporus, das Marmarameer und die Dardanellen mit dem Schwarzen Meer verbunden und ist als beliebtes Reiseziel für Erholungssuchende, Wassersportler oder Partysüchtige bekannt. Die Vielfalt des kulturellen Angebotes ist nahezu grenzenlos.
Aus geschichtlicher Sicht gilt die Ägäis als als Wiege zweier großer antiker Kulturen: Kreta und Griechenland. Später herrschten in der Ägäis Perser, Römer, Byzantiner, Genuesen und Venezier, sowie Osmanen. Heute gehört die Ägäis zum größten Teil zu Griechenland, aber auch zur Türkei. Der Name ist hergeleitet von Aigeus, einem mythischen König von Athen. Als nämlich sein Sohn Theseus, um Athen von dem schmählichen Tribut zu befreien, den es an Kreta zu zahlen hatte (sieben Jünglinge und ebensoviele Jungfrauen, siehe Minotauros), nach Kreta zog, versprach er seinem Vater, im Fall seiner glücklichen Rückkehr statt des schwarzen Segels, welches das Schiff führte, ein weißes aufzuziehen. Als Sieger sich der Küste von Attika nahend, vergaß er im Siegesrausch es, und der Vater, in der Meinung, sein Sohn sei umgekommen, stürzte von den Klippen am Kap Sunion sich beim Anblick des schwarzen Segels ins Meer, das von ihm den Namen des Ägäischen Meeres erhielt. Im Altertum bildeten die Ägäischen Inseln, unter denen Kreta und - mit einigem Abstand - Rhodos die größten sind, eine Quelle der kulturellen Entwicklung und wurden ein Vorbild für heutige Demokratien, man widmete sich besonders der Seefahrt, dem Handel und der Wissensvermittlung. Die Kombination verschiedener Kulturen der östlichen Mittelmeerregion wurde durch die geografischen Gegebenheiten begünstigt. Weltbekannte kulturelle Glanzlichter aus griechischer, römischer, christlicher und osmanischer Zeit zeugen davon, dass die Region eine der Wiegen unserer Kultur ist. Für archäologisch Interessierte ist der gesamte Ägäisraum wie auch das restliche Kleinasien ein fast unerschöpfliches Betätigungsfeld mit vielen berühmten und auch weniger bekannten Sehenswürdigkeiten. Ephesus, Milet, Priene und der Apollontempel Didyma sind nur einige Beispiele. Es gibt aber noch touristisch gar nicht ”erschlossene” Reste früherer Besiedlung! So trifft man bei Wanderungen manchmal unvermittelt auf eine byzantinische Klosterruine oder auf antike Marmorsteinbrüche, in denen noch unfertige Säulen herumliegen.
Landschaft und Natur
charaktristisch für die Küstengebiete der Ägäis sind die Berglandschaften mit Ihren Klippen, Buchten und vorgelagerten kleinen Inseln. Dies begünstigt dass Westwinde vom Meer weit ins Binnenland eindringen und ein ausgeglichenes ozeanisches Klima mit heißen Sommern und milden Wintern schaffen.
Obwohl die natürliche Vegetation des Mittelmeerraums spätestens seit der Antike weitgehend zerstört wurde, denn ehemalige Waldgebiete wurden fast vollständig gerodet, bietet sich dem naturinteressierten Reisenden eine vielfältige Flora und Fauna: Ausgedehnte Olivenanpflanzungen prägen heute das Landschaftsbild, Orchideen sind oft zu bestaunen und auch viele Reptilien und Insekten fühlen sich an der Ägäisküste heimisch. Nur in unzugänglichen Gebieten finden sich noch Reste natürlicher Vegetation, wie kleine Parzellen mediterranen Kiefernwalds, der oft auf Bergkuppen erhalten blieb. Ansonsten sind weite Teile des Küstengebietes von einer Buschvegetation bedeckt, der Macchia, in der wegen der meist intensiven Beweidung dornenbewehrte Sträucher dominieren.
Inseln der Ägäis
in der Ägäis finden sich viele kleine und größere Inseln, was den touristischen Wert dieser Meerregion nochmals steigert. Die größte Insel ist Kreta, wird von etwa 600.000 Menschen bewohnt und verfügt über eine eigene artenreiche Flora und Fauna. Kreta besitzt drei Flughäfen in den Städten Heraklion, Chania und Sitia, wovon Sitia nur national angeflogen wird. Fährverbindungen gibt es vor allem nach Piräus (Athen), ganzjährig auch nach Thessaloniki, Santorin, Karpathos, Rhodos oder zur Saison auch von Kastelli Kisamos nach Gythion auf dem Peloponnes. Lesbos liegt nur wenige Kilometer vor der türkischen Küste in der Ostägäis. Galt in der Antike als kulturelles Zentrum für Philosophie und Kunst. Die Hauptstadt und der Hafen von Lesbos ist Mytilini (etwa 40000 Einwohner). Die Stadt ist relativ groß und geschäftig. Sehenswert in der Stadt ist das byzantinische Burg (eine der größten des Mittelmeerraums) und das archäologische Museum. Die Hauptinsel der Dodekanes ist Rhodos. Die Altstadt von Rhodos-Stadt ist UNESCO Weltkulturerbe, u.a. wegen dem berühmten Koloss von Rhodos. Außerdem verfügt Rhodos über sehr beliebte Badestrände und Erholungsorte, zum Beispiel Faliraki. Korfu ist die bekannteste Insel der Ionischen Inselgruppe. Der internationale Flughafen wird von vielen Chartergesellschaften (Sommer) und auch von der Lufthansa (ganzjährig) direkt aus Deutschland angeflogen.